
Zusammenfassend:
- Die Wahl des Transportmittels (Auto/Fahrrad) hängt von der Insel und dem gewünschten Erlebnistyp ab.
- Das Verständnis natürlicher Zyklen wie Gezeiten und Monsune ist entscheidend für die Planung von Strandaktivitäten.
- Self-Catering bei Einheimischen ist nicht nur bis zu 80% günstiger als Luxushotels, sondern bietet auch authentischere Erlebnisse.
- Respektvoller Abstand zu Wildtieren und das Prinzip „Leave No Trace“ sind essenziell für den Naturschutz.
- Die beste Unterwassersicht und einzigartige Erlebnisse finden sich oft in den weniger besuchten Outer Islands.
Die Seychellen – schon der Name weckt Träume von Puderzuckerstränden, Granitfelsen, die wie Skulpturen aus dem türkisfarbenen Wasser ragen, und einer unberührten Natur. Doch für viele Individualreisende aus Deutschland scheint dieser Traum schnell an einer Hürde zu zerschellen: den horrenden Preisen für Pauschalreisen und Luxusresorts. Die gängige Meinung ist, dass man dieses Paradies nur mit einem prall gefüllten Geldbeutel erleben kann. Man liest von teuren Fährtickets, exklusiven Hotels und geführten Touren, die das Budget schnell sprengen.
Die meisten Guides konzentrieren sich darauf, welche Fähre man buchen oder welchen berühmten Strand man besuchen sollte. Doch was wäre, wenn der Schlüssel zu einer unvergesslichen und bezahlbaren Reise nicht in der perfekten Logistik, sondern im Verständnis der Inseln selbst liegt? Wenn die wahre Freiheit darin besteht, die verborgenen Rhythmen der Natur zu entschlüsseln? Dieser Ansatz, den wir Ökosystem-Intelligenz nennen, ist der Kern einer wirklich unabhängigen Reise. Es geht darum zu wissen, warum ein Strand bei Ebbe nicht mehr schwimmbar ist, wann der Monsun das Seegras an welche Küste spült und wie man sich verhält, wenn man dem ältesten Bewohner der Insel, der Meeresschildkröte, begegnet.
Dieser Artikel ist Ihr Kompass für eine Reise auf eigene Faust. Wir werden nicht nur das „Was“ und „Wo“ behandeln, sondern vor allem das „Warum“ und „Wann“. Sie werden lernen, wie Sie Ihre Tage nicht nach einem starren Plan, sondern nach den Gezeiten ausrichten, wie Sie durch die Wahl Ihrer Unterkunft nicht nur Geld sparen, sondern tief in die lokale Kultur eintauchen und wie Sie durch Ihr Verhalten zu einem Wächter dieses fragilen Paradieses werden. Machen Sie sich bereit, die Seychellen nicht nur zu besuchen, sondern sie wirklich zu verstehen.
Um Ihnen die Planung zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Aspekte für eine selbstorganisierte Reise auf den Seychellen in den folgenden Abschnitten detailliert aufgeschlüsselt. Von der Wahl des richtigen Fortbewegungsmittels bis hin zum Schutz der einzigartigen Tierwelt finden Sie hier alle Informationen, die Sie für Ihr Abenteuer benötigen.
Inhaltsverzeichnis: Ihr Wegweiser für das Inselhüpfen auf den Seychellen
- Auto oder Fahrrad: Welche Insel bietet das entspanntere Strand-Erlebnis?
- Wie verhalten Sie sich richtig, wenn Sie Meeresschildkröten am Strand sehen?
- Self-Catering bei Einheimischen: Wie viel sparen Sie im Vergleich zum Luxushotel?
- Warum ist Ihr Traumstrand bei Ebbe plötzlich nicht mehr schwimmbar?
- Wann werden die Strände an welcher Küstenseite angespült?
- Manta-Saison oder Walhaie: Wann müssen Sie reisen, um Großfische zu sehen?
- Das Problem von Taschentüchern und Bananenschalen im Wald
- Wie wählen Sie das richtige Atoll für die beste Unterwassersicht?
Auto oder Fahrrad: Welche Insel bietet das entspanntere Strand-Erlebnis?
Die Frage nach dem richtigen Fortbewegungsmittel auf den Seychellen ist mehr als eine logistische Entscheidung – sie definiert die Art und Weise, wie Sie die Inseln erleben. Während auf der Hauptinsel Mahé ein Auto fast unerlässlich ist, um die versteckten Buchten und Bergstraßen zu erkunden, ticken die Uhren auf La Digue im Rhythmus der Fahrradklingeln. Die Wahl hängt also stark von der Insel und Ihrem persönlichen Reisetempo ab. Für deutsche Urlauber ist die gute Nachricht: Der EU-Führerschein wird problemlos anerkannt, was die Anmietung unkompliziert macht. Mit Preisen ab 36,51 € pro Tag ist ein Mietwagen auf Mahé oder Praslin eine flexible Option, um unabhängig zu bleiben.
Ein Auto bietet die Freiheit, abgelegene Strände wie die Anse Intendance oder die Anse Major zu erreichen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer zugänglich sind. Bedenken Sie jedoch den Linksverkehr und die oft schmalen, kurvigen Straßen. Ein defensiver Fahrstil ist hier Gold wert. Auf La Digue hingegen ist das Fahrrad König. Die Insel ist klein genug, um sie gemütlich mit dem Rad zu erkunden. Das Gefühl, unter Palmenalleen zu radeln und an jeder beliebigen Bucht für ein spontanes Bad anzuhalten, verkörpert das entspannte Inselleben perfekt. Das Fahrrad ist hier nicht nur ein Transportmittel, sondern ein zentraler Teil des Erlebnisses – eine bewusste Entschleunigung, die den Geist der Insel widerspiegelt.
Letztendlich ist es eine Abwägung zwischen Effizienz und Erlebnis. Mahé und Praslin erfordern für eine vollständige Erkundung fast ein Auto, während La Digue seine Magie erst im langsamen Tempo des Fahrrads entfaltet. Eine Kombination ist ideal: Nutzen Sie die Flexibilität des Autos auf den größeren Inseln und tauchen Sie auf La Digue in das entschleunigte Insel-Feeling auf zwei Rädern ein.
Wie verhalten Sie sich richtig, wenn Sie Meeresschildkröten am Strand sehen?
Eine Begegnung mit einer Meeresschildkröte, die mühsam ihren Weg den Strand hinauf zur Eiablage sucht, ist einer der magischsten Momente, die man auf den Seychellen erleben kann. Doch genau dieser Moment erfordert von uns als Besucher das höchste Maß an Respekt und Zurückhaltung. Die oberste Regel lautet: Stören Sie die Tiere unter keinen Umständen. Dies ist keine bloße Empfehlung, sondern ein entscheidender Beitrag zum Schutz dieser gefährdeten Arten. Die Tiere sind extrem stressempfindlich, und eine Störung kann dazu führen, dass sie die Eiablage abbrechen und unverrichteter Dinge ins Meer zurückkehren.
Die wichtigste Verhaltensregel ist die Einhaltung eines Sicherheitsabstands. Experten empfehlen, beim Beobachten von Meeresschildkröten mindestens 3 Meter Abstand zu halten. Vermeiden Sie laute Geräusche, hektische Bewegungen und vor allem den Einsatz von Blitzlicht. Das grelle Licht kann die Tiere desorientieren und in Panik versetzen. Setzen Sie sich ruhig in den Sand und genießen Sie das Schauspiel aus der Ferne. Dies ist der Kern der respektvollen Beobachtung: Sie sind ein stiller Gast in ihrem Lebensraum, nicht umgekehrt. Zeigen Sie Ihren Kindern, wie man die Tiere mit Ehrfurcht und ohne Störung beobachtet, und schaffen Sie so eine unvergessliche und zugleich lehrreiche Erinnerung.

Die Bedeutung dieses Schutzes wird auf Inseln wie North Island deutlich, die sich intensiv der Erhaltung der Schildkröten verschrieben haben. Dort müssen Naturschützer regelmäßig eingreifen. Allein im Jahr 2024 mussten dort 37 Prozent aller Gelege vorsichtig umgesiedelt werden, um sie vor den Wellen zu schützen. Dieses Engagement zeigt, wie fragil das Gleichgewicht ist und wie wichtig das korrekte Verhalten jedes einzelnen Besuchers für das Überleben der nächsten Generation von Schildkröten ist. Ihr respektvolles Verhalten ist ein aktiver Beitrag zum Artenschutz.
Self-Catering bei Einheimischen: Wie viel sparen Sie im Vergleich zum Luxushotel?
Die größte finanzielle Hürde für Individualreisende auf den Seychellen ist zweifellos die Unterkunft. Während 4- oder 5-Sterne-Hotels schnell mit 300 € bis über 500 € pro Nacht zu Buche schlagen, gibt es eine weitaus günstigere und authentischere Alternative: Self-Catering-Apartments und Guesthouses, die oft von einheimischen Familien betrieben werden. Hier geht es nicht nur darum, Geld zu sparen, sondern um eine Form der Ressourcen-Autarkie und der lokalen Integration. Sie erhalten nicht nur eine Unterkunft, sondern auch eine Küche, um auf den lokalen Märkten frischen Fisch und exotische Früchte zu kaufen und selbst zuzubereiten. Dies senkt die Verpflegungskosten dramatisch.
Der Preisunterschied ist signifikant. Während ein Luxushotel leicht das Budget sprengt, ermöglichen Self-Catering-Optionen einen längeren und intensiveren Aufenthalt. Der wahre Wert liegt jedoch jenseits der reinen Ersparnis. Ihre Gastgeber sind oft eine unschätzbare Quelle für Insidertipps: Sie erfahren, welcher Fischer den besten Red Snapper verkauft, an welchem versteckten Strand gerade keine Touristen sind oder wo die beste Live-Musik am Wochenende spielt. Diese lokale Integration verwandelt einen einfachen Urlaub in ein echtes kulturelles Erlebnis. Sie sind nicht länger nur Tourist, sondern für eine kurze Zeit Teil der lokalen Gemeinschaft.
Der Reiseblog „My Travelworld“ bringt es in seiner Kostenanalyse für den Seychellen-Urlaub 2024 auf den Punkt, ein Ratschlag, der die Philosophie des Self-Catering perfekt zusammenfasst:
Wer jeden Tag essen geht oder einen Mietwagen fährt, wird es schwer haben, die Seychellen günstig zu erleben.
– My Travelworld Reiseblog, Kostenanalyse Seychellen-Urlaub 2024
Die folgende Tabelle verdeutlicht die Kostenunterschiede und zeigt das enorme Sparpotenzial, wie es von Reiseexperten wie Tourlane analysiert wird. Eine Übernachtung im Self-Catering kann bis zu 80% günstiger sein als in einem Luxushotel, wenn man die eingesparten Restaurantkosten mit einrechnet.
| Unterkunftsart | Preis pro Person/Nacht | Inklusivleistungen |
|---|---|---|
| Günstiges Hotel/Gästehaus | Ab 80 € | Frühstück inklusive |
| 3-Sterne Hotel | 120-180 € | Frühstück, teilweise Pool |
| 4-5 Sterne Luxushotel | 300-500+ € | Vollpension möglich, alle Annehmlichkeiten |
| Self-Catering bei Einheimischen | 60-100 € | Küche, lokale Tipps, authentisches Erlebnis |
Warum ist Ihr Traumstrand bei Ebbe plötzlich nicht mehr schwimmbar?
Stellen Sie sich vor: Sie kommen an einem vermeintlichen Traumstrand wie der Anse Lazio an und das Wasser hat sich Dutzende Meter zurückgezogen. Übrig bleibt eine flache Pfütze, durchzogen von scharfkantigen Korallen und Felsen. Dieses Phänomen ist eine der häufigsten Überraschungen für Erstbesucher und ein perfektes Beispiel dafür, warum Ökosystem-Intelligenz so wichtig ist. Die Seychellen haben einen sehr ausgeprägten Tidenhub, was bedeutet, dass der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser (Ebbe und Flut) enorm sein kann. Bei Ebbe wird das Schwimmen an vielen, insbesondere flach abfallenden Stränden, unmöglich oder sogar gefährlich.
Der Schlüssel zu perfekten Strandtagen liegt daher in einer bewussten Gezeiten-Strategie. Anstatt Ihren Tag nach der Uhrzeit zu planen, planen Sie ihn nach dem Wasserstand. Die beste Zeit zum Schwimmen und Schnorcheln ist in der Regel das Zeitfenster von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach dem Hochwasser. Dann ist das Wasser tief genug, um sicher über Riffe und Felsen zu schwimmen, und die Strömungen sind oft geringer. Moderne Apps wie „Tides Near Me“ sind für einen Individualreisenden auf den Seychellen ein unverzichtbares Werkzeug. Ein kurzer Check am Morgen entscheidet darüber, ob Sie den Vormittag am Strand verbringen oder lieber eine Wanderung im Morne Seychellois Nationalpark unternehmen.
Doch die Ebbe hat auch ihre faszinierenden Seiten. Sie legt Felsformationen und Gezeitentümpel frei, die bei Flut verborgen sind. Dies ist die perfekte Zeit für Fotografen, die dramatische Landschaftsaufnahmen machen wollen, oder für Familien mit kleinen Kindern, die in den flachen, warmen Becken sicher planschen können. Strände wie auf Coco Island entfalten ihre volle „Robinson Crusoe“-Schönheit sogar erst bei Ebbe, wenn breite Sandbänke zum Vorschein kommen. Die Gezeiten sind also kein Hindernis, sondern ein Rhythmus, den Sie nutzen können, um vielfältige und unerwartete Facetten der Inseln zu entdecken. Ihre Planung sollte daher immer die Gezeiten berücksichtigen:
- Prüfen Sie vor jedem Strandbesuch eine Gezeiten-App.
- Die ideale Schwimmzeit ist das Fenster um das Hochwasser.
- Bei Ebbe ist Vorsicht vor Seeigeln und scharfen Korallen geboten.
- Nutzen Sie die Ebbe für Fotografie und die Erkundung von Gezeitentümpeln.
Wann werden die Strände an welcher Küstenseite angespült?
Ein weiterer entscheidender Faktor, der über die Qualität eines Strandtages entscheidet, ist das Seegras. Es kann vorkommen, dass ein sonst makelloser Strand über Nacht mit einer dicken Schicht aus angespültem Seegras bedeckt ist, was das Badevergnügen trüben kann. Dieses Phänomen ist kein Zeichen von Verschmutzung, sondern ein völlig natürlicher Prozess, der vom Monsun gesteuert wird. Das Wissen über diese saisonalen Winde ist ein weiterer Baustein Ihrer Ökosystem-Intelligenz und ermöglicht es Ihnen, stets die schönsten und saubersten Strände zu finden.
Das Klima auf den Seychellen wird von zwei großen Monsunzeiten beeinflusst, die die Wind- und Strömungsrichtung bestimmen. Wie Reiseexperten von TUI erläutern, werden die Seychellen von zwei Monsunzeiten beeinflusst: Von Mai bis September herrscht der trockene, aber windigere Südost-Monsun. In dieser Zeit werden vor allem die Strände an den Süd- und Ostküsten der Inseln (z.B. Grand Anse auf Mahé oder Praslin) von Seegras betroffen. Die windabgewandten Strände im Nordwesten (z.B. Beau Vallon auf Mahé, Anse Lazio auf Praslin) sind dann hingegen oft spiegelglatt und kristallklar.
Von Oktober bis April dreht sich das Spiel. Der feuchtere, aber windärmere Nordwest-Monsun bringt ruhigeres Wetter, sorgt aber dafür, dass nun die Strände an den Nord- und Westküsten stärker von Seegrasanspülungen betroffen sein können. In dieser Zeit sind die Strände im Südosten oft die bessere Wahl. Diese einfache Regel – die Wahl der windabgewandten Küste – ist Ihr verlässlichster Kompass für die Suche nach dem perfekten Strand. Während einige Hotels das Seegras täglich entfernen, belassen es andere bewusst als Teil des natürlichen Ökosystems und als Schutz vor Erosion. Es ist also ratsam, flexibel zu bleiben und seine Tagesplanung an die aktuellen Bedingungen anzupassen.
Manta-Saison oder Walhaie: Wann müssen Sie reisen, um Großfische zu sehen?
Für viele Tauch- und Schnorchel-Enthusiasten ist die Begegnung mit Großfischen wie Mantarochen oder dem majestätischen Walhai der ultimative Traum. Auf den Seychellen ist dieser Traum zum Greifen nah – wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Auch hier ist das Timing, das sich nach den saisonalen Wanderungen der Tiere richtet, alles. Eine Reise gezielt auf diese Begegnungen auszurichten, ist der Gipfel der Planung, die auf natürlichen Rhythmen basiert. Es geht darum, die eigenen Reisedaten mit dem Kalender des Ozeans abzugleichen.
Die Planktonblüte, die durch den Wechsel der Monsunwinde ausgelöst wird, lockt diese sanften Riesen in die Gewässer rund um die inneren Granitinseln. Die besten Chancen, diese faszinierenden Tiere zu sichten, sind daher auf ein relativ kurzes Zeitfenster konzentriert. Reiseveranstalter und Tauchbasen sind sich einig: Die höchsten Chancen auf Walhai- und Manta-Begegnungen haben Sie in den Monaten Oktober und November. In dieser Übergangszeit zwischen den Monsunen ist das Wasser oft besonders reich an Nährstoffen und zieht die Tiere an, die sich von Plankton ernähren.

Während Mantas auch zu anderen Zeiten gesichtet werden können, sind die Walhai-Begegnungen stark saisonabhängig. Wenn eine solche Begegnung ganz oben auf Ihrer Wunschliste steht, sollten Sie Ihre Reise unbedingt in diesen Zeitraum legen. Lokale Tauchschulen auf Mahé und Praslin bieten spezielle Exkursionen an, um die Chancen auf eine Sichtung zu maximieren. Eine solche Planung verwandelt einen allgemeinen Strandurlaub in eine gezielte Naturexpedition und schafft eine Erinnerung, die ein Leben lang bleibt. Es ist die ultimative Belohnung für den Reisenden, der seine Pläne an die Zyklen der Natur anpasst.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein authentisches Seychellen-Erlebnis hängt mehr vom Verständnis der Natur (Gezeiten, Monsun) als vom Budget ab.
- Self-Catering ist der Schlüssel zu einer bezahlbaren Reise und ermöglicht eine tiefere kulturelle Integration.
- Respektvoller Umgang mit der Tierwelt und aktiver Umweltschutz sind die Verantwortung jedes Besuchers.
Das Problem von Taschentüchern und Bananenschalen im Wald
Die unberührte Natur ist das größte Kapital der Seychellen. Doch dieses Paradies ist fragil. Während die meisten Besucher sich der Problematik von Plastikmüll bewusst sind, wird oft ein anderes Problem übersehen: der vermeintlich harmlose „Bio-Müll“. Eine Bananenschale im tropischen Wald oder ein Papiertaschentuch hinter einem Busch scheinen auf den ersten Blick kein Problem darzustellen. Doch in einem fein ausbalancierten Ökosystem sind sie Fremdkörper. Sie verrotten viel langsamer als man denkt und stören das visuelle Bild der unberührten Natur. Es ist ein Zeichen von mangelndem Respekt gegenüber der Umwelt und den Menschen, die dort leben.
Ein deutscher Auswanderer auf Mahé, zitiert auf dem Blog „WOLKENWEIT“, bringt die Frustration der Einheimischen auf den Punkt und appelliert an die Verantwortung der Touristen:
Touristen lassen hier und da ihre Sachen liegen und wenn ich das sehe sag ich schon was weil es echt nicht sein muss.
– Deutscher Auswanderer auf Mahé, Erfahrungsbericht WOLKENWEIT Blog
Diese Aussage unterstreicht ein wichtiges Prinzip: „Leave No Trace“ – hinterlasse keine Spuren. Das gilt nicht nur für Plastik, sondern für absolut alles, was Sie mit in die Natur bringen. Eine Bananenschale kann in diesem Klima Monate brauchen, um zu verrotten. Ein Papiertaschentuch noch länger. Das Abreißen von Palmenblättern für ein Foto schadet der Palme nachhaltig, da sie pro Jahr nur etwa 10 bis 15 neue Blätter bildet. Als Besucher haben wir die Pflicht, dieses Paradies so zu hinterlassen, wie wir es vorgefunden haben – oder sogar besser.
Ihre Checkliste für eine spurenlose Wanderung
- Wiederverwendbare Wasserflasche (ideal mit Filter) mitbringen, um Plastikflaschen zu vermeiden.
- Einen Stoffbeutel für Einkäufe und den Transport von Snacks verwenden, um Plastiktüten zu umgehen.
- Riff-freundliche Sonnencreme bereits aus Deutschland mitbringen, da diese vor Ort schwer zu finden sein kann.
- Alle Abfälle, einschließlich organischer Reste wie Obstschalen, wieder einpacken und im Hotel entsorgen.
- Die Natur respektieren: Keine Pflanzen abreißen, keine Muscheln oder Korallen als Souvenirs mitnehmen.
Wie wählen Sie das richtige Atoll für die beste Unterwassersicht?
Wenn von den Seychellen die Rede ist, denken die meisten an die drei Hauptinseln Mahé, Praslin und La Digue. Dies sind beeindruckende Granitinseln mit üppiger Vegetation und den berühmten Felsformationen. Doch das wahre Tauch- und Schnorchelparadies, die Region mit der konstant besten Unterwassersicht, liegt oft jenseits dieser bekannten Pfade. Die echten Korallenatolle der Seychellen, die sogenannten Outer Islands, sind eine Welt für sich. Gruppen wie die Amiranten oder die Alphonse-Gruppe sind flache Sandinseln, die auf den Gipfeln versunkener Vulkane gewachsen sind und von riesigen, artenreichen Lagunen umgeben sind.
Der Unterschied ist fundamental: Während die Sicht um die Granitinseln durch Sedimente und den Wechsel der Monsune beeinflusst werden kann, bieten die abgelegenen Atolle der Outer Islands oft das ganze Jahr über eine phänomenale Klarheit. Das Wasser wird nicht durch Abflüsse vom Land getrübt, was Sichtweiten von 30 bis 40 Metern ermöglicht. Dies, kombiniert mit einer schier unglaublichen Artenvielfalt, hat diesen Inseln einen besonderen Ruf eingebracht.
Fallbeispiel: Das Alphonse Atoll – Das Galapagos des Indischen Ozeans
Das Alphonse Atoll, Teil der Outer Islands, wird oft als das „Galapagos des Indischen Ozeans“ bezeichnet. Aufgrund seiner Abgeschiedenheit hat sich hier ein einzigartiges und weitgehend unberührtes Ökosystem erhalten. Es ist ein Hotspot für Fliegenfischer und Taucher, die auf der Suche nach riesigen Stachelmakrelen (Giant Trevally), Mantas und unzähligen weiteren Fischarten sind. Eine Expedition hierher ist ein exklusives Naturerlebnis, das weit über einen normalen Urlaub hinausgeht. Für deutsche Urlauber bedeutet dies eine aufwändigere Anreise per Kleinflugzeug und höhere Kosten, aber auch eine Garantie für absolute Abgeschiedenheit und eine Unterwasserwelt von Weltrang, wie sie Expeditionsspezialisten wie DIAMIR Reisen beschreiben.
Für den Individualreisenden bedeutet dies eine bewusste Entscheidung. Suchen Sie die ikonischen Granitfelsen und eine gute Infrastruktur? Dann sind die Hauptinseln perfekt. Suchen Sie jedoch die ultimative Unterwassererfahrung und Abgeschiedenheit, sollten Sie eine Expedition zu den Outer Islands in Betracht ziehen. Auch auf den Hauptinseln gibt es jedoch exzellente Schnorchelspots wie Anse Petit oder Anse Lazio, die bei ruhiger See (vor allem von November bis März) kristallklare Sicht bieten können.
Häufig gestellte Fragen zum Inselhüpfen auf den Seychellen
Welche Strände sind im Mai-September am saubersten?
Die Nordwest-Küsten sind während des Südost-Monsuns (Mai-September) weniger von Seegras betroffen. Strände wie Beau Vallon auf Mahé oder Anse Lazio auf Praslin sind in dieser Zeit oft die beste Wahl.
Ist Seegras gesundheitsschädlich?
Nein, Seegras ist ein natürlicher Teil des Ökosystems und völlig ungefährlich. Es dient als Nahrung für viele Meeresbewohner und schützt die Strände vor Erosion. Der Geruch beim Verrotten kann zwar als unangenehm empfunden werden, ist aber harmlos.
Reinigen Hotels die Strände vom Seegras?
Viele größere Hotels entfernen täglich das angespülte Seegras von ihren Strandabschnitten. Kleinere Guesthouses oder naturbelassene Strände belassen es jedoch oft bewusst, da es ein wichtiger Teil des Küstenschutzes und des marinen Lebensraums ist.
Sind Mahé, Praslin und La Digue echte Atolle?
Nein, es handelt sich um Granitinseln, die Überreste eines urzeitlichen Mikrokontinents sind. Die wahren Korallenatolle der Seychellen, wie die Amiranten oder die Alphonse-Gruppe, liegen weiter entfernt in den sogenannten Outer Islands.
Wann ist die Sicht unter Wasser am besten?
Die beste und stabilste Unterwassersicht herrscht in den windstillen Übergangsmonaten, insbesondere von November bis März. In dieser Zeit ist das Meer ruhiger, und es gibt weniger aufgewirbelte Sedimente.
Welche Schnorchel-Spots bieten konstant gute Sicht?
Bei ruhiger See bieten Orte wie Anse Petit auf Mahé und Anse Lazio auf Praslin auch für Schnorchler, die nicht weit hinausschwimmen, oft kristallklare Sichtverhältnisse und eine reiche Unterwasserwelt nahe am Ufer.